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Experten-Prognosen: Restart von Geschäftsreisen in der Post-Corona-Zeit

Die Corona-Krise hält die Welt fest im Griff und hat den Geschäftsreisemarkt zu einem drastischen Stillstand gezwungen. Rund ein Jahr nach Beginn der Pandemie scheint die Rückkehr zur gewohnten Mobilität immer noch weit entfernt. Dennoch stellen führende Branchenexperten positive Zukunftsprognosen auf und rechnen Ende 2021 mit einem deutlichen Aufschwung der Business Travel Aktivitäten. In diesem Artikel geben wir Ihnen eine Übersicht, warum Geschäftsreisen wesentlich für Unternehmensaktivitäten bleiben und welche digitalen Lösungen für die notwendige Reisesicherheit sorgen.  
Experten-Prognosen: Restart von Geschäftsreisen in der Post-Corona-Zeit

Experten Prognosen von Dienstreisen – Firmen sind ready to go

Trotz der schwierigen Marktlage herrscht derzeit eine vorsichtig optimistische Stimmung auf dem Geschäftsreisemarkt. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Der Verband für deutsches Reisemanagement stellt in seiner aktuellen Barometerumfrage einerseits fest, dass seit Februar 2021 mehr Unternehmen Geschäftsreisen durchführen. Es zeigt sich andererseits, dass 46 Prozent der Firmen mehr Dienstreisen als zwingend notwendig erachten und 70,3 Prozent bereits ready für den Neustart sind.

Die International Air Transport Association (IATA) sieht ebenfalls positive Zeichen auf dem Markt. Sie prognostiziert für 2021 einen Anstieg der Flugreisen um 50,4 % gegenüber 2020. Der Grund liegt hauptsächlich darin, dass Geschäftsreisen auch nach der aktuellen Pandemie wichtiger Bestandteil weltweiter Unternehmensaktivitäten bleiben werden.

Warum Geschäftsreisen für Unternehmen wichtig bleiben

Der VDR-Präsident Christoph Carnier ist überzeugt, dass der persönliche Kontakt bei Business Trips einen signifikanten Mehrwert mitbringt. Face-to-face Meetings sorgen für den nötigen Vertrauensaufbau und bringen geschäftliche Kooperationen wesentlich voran:

„Auch die persönliche Verständigung zwischen den Menschen und Unternehmen wird wichtig bleiben und ist nicht dauerhaft durch virtuelle Kommunikationsinstrumente zu ersetzen“

– Christoph Carnier, Präsident des Verbands für deutsches Reisemanagement (VDR)

Aus wirtschaftlicher Sicht bleiben Dienstreisen ebenfalls unverzichtbar. Eine Studie der Zeitschrift Nature Human Behaviour betont, dass diese neben persönlichem Kontakt auch wertvollen Wissensaustausch nach sich ziehen.

Geschäftsreisende bringen ihr Know-How mit und bauen es in ihrer Organisation weiter aus. Das steigert die Produktivität von Unternehmen und schafft wiederum neue Arbeitsplätze.

Die aktuelle Lage zeigt, dass man Meetings teilweise durch virtuelle Konferenzen ersetzen kann, den dabei entstehenden Wissenstransfer aber nicht. Der VDR schätzt daher, dass ein dauerhafter Wegfall von Geschäftsreisen dramatische Folgen hätte. Demzufolge würde die weltweite Wirtschaftsleistung um 17% zurückgehen, wenn man Reisen ganz einstellen würde.

Insofern werden sich in nächster Zeit Führungskräfte und Mitarbeiter wieder auf den Weg begeben, um die Qualitätssicherung ihrer verschiedenen Firmensitze zu gewährleisten. Dazu gehört ein persönlicher Besuch, um die Arbeitsabläufe vor Ort zu bewerten, Wissen zu generieren und Kontakte zu pflegen. Folglich geht Christoph Carnier in seiner Prognose von einer Wiederbelebung des Marktes Ende 2021 aus.

Experten Prognose: Wiederaufnahme von Geschäftsreisen mit niedrigerem Umfang 

Allerdings werden Führungskräfte ihr Augenmerk auf Effizienz und eindeutigem Mehrwert der Dienstreisen legen und daher nur notwendige Reisen erlauben. Folglich wird der Restart mit etwas niedrigerem Reisevolumen einhergehen.

Insgesamt rechnet der Verband aber mit einem überschaubaren Rückgang im Umfang von zehn bis maximal 30 Prozent, gemessen am Zeitraum vor der Pandemie.

Doch auch wenn Business Travel demnächst wieder an Fahrt gewinnt, gibt es vielerorts weiterhin umfangreiche Hygienekonzepte zu beachten. Bei der Wiederaufnahme der sicheren Mobilität setzen Branchenplayer auf neuartige digitale Technologien, um bestmögliche Reisesicherheit zu bieten.

Safety First – Sicheres Reisen in der Post Corona Phase

Die digitale Revolution in der Luftfahrtindustrie war bereits vor der Pandemie in vollem Gang. Die Corona-Krise hat diese Entwicklung beschleunigt, denn neue Technologien spielen eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung der Reisesicherheit.

So wird vermehrt in kontaktlose Tools zur Verringerung der Ansteckungsgefahr sowie in digitale Gesundheitsapps mit biometrischen Passagierdaten investiert.

Diese beruhen auf automatischer Gesichts- und Fingerabdruckerkennung und können beispielsweise Corona-Testergebnisse, das medizinische Profil sowie allgemeine Impfnachweise des Reisenden enthalten.

Solche Verfahren klingen sehr vielversprechend und haben beste Chancen, sich auch in der Post Corona Phase fest zu etablieren.

Grund dafür ist einerseits die Annahme, dass das Virus durch Mutationen und dem derzeit noch langsamen Fortschritt der Impfungen die Welt noch mindestens 12-18 Monate im Griff haben wird, andererseits treffen solche Apps laut einer Branchen-Umfrage auf breite Zustimmung Dienstreisender. So würden rund 74% der Passagiere eine solche Lösung befürworten.

Die Weiterentwicklung der mobilen Apps und deren Integration in die Reisekette ist daher ein logischer und konsequenter Schritt.

Passagiere nutzen Smartphones seit mehr als einem Jahrzehnt, um sich online einzuchecken, über Verspätungen zu informieren oder Sitzplätze zu reservieren. In der Post Corona Phase werden digitale Lösungen noch stärker in den Vordergrund rücken.

Neue Health Check Technologien sind auf dem Vormarsch

Innovative Gesundheitsapps können vor Menschenansammlungen warnen, bei Kontaktverfolgungen helfen und durch bereits integrierte digitale Impfnachweise und Testergebnisse den Check-In Prozess vereinfachen.

Im Zuge dieser Erkenntnis führen Fluglinien neue Gesundheitsapps in ihre Reisekette ein. So können Lufthansa Fluggäste, die in die USA einreisen und vor der Abreise einen Corona-Test beim Partner Centogene durchgeführt haben, ihre Testergebnisse bequem und komfortabel in der international anerkannten App CommonPass hochladen.

Die Anwendung vergleicht den Test automatisch mit den relevanten aktuellen Einreisebeschränkungen des Ziellandes und erstellt auf dieser Basis ein Reisezertifikat. Künftig wird es auch möglich sein, Impfnachweise in der gleichen App zu speichern. 

Flexible Tarife und Corona-Zusatzversicherungen

Zusätzlich steigt bei Passagieren die Nachfrage nach Flexibilität bei der Reisegestaltung. Die Lufthansa möchte diesem Bedarf gerecht werden und bietet ab sofort flexible Pay-as-you-go Tarife an, bei welchen man den Flugpreis erst zum Zeitpunkt des Check-Ins bezahlen muss.

Darüber hinaus möchte die Airline ihre Zusammenarbeit mit Partnern erweiterten und künftig kostenlose Zusatzversicherungen bei Corona-Notfällen anbieten.

Daneben ergreift auch die Politik weitreichende Maßnahmen, um den Anstieg der Mobilität voranzutreiben. Die europäische Union stellt jetzt die Weichen für einen digitalen EU-Impfpass für Reisende – dieser soll das Reisen insgesamt erleichtern.

EU-Impfpass soll Reisen einfacher gestalten

Digitaler Impfpass – ein Freifahrtschein für unbeschwertes Reisen?

Der sogenannte EU-Impfnachweis soll bis 1. Juni 2021 fertig sein und von allen 27 Ländern anerkannt werden. Das Projekt läuft unter dem Namen “Digitaler Grüner Nachweis” und soll neben Impfungen auch Ergebnisse von zugelassenen PCR- und Schnelltests sowie überstandene Corona-Infektionen erfassen.

Das Zertifikat wird digital und auf Papier verfügbar sein und persönliche Daten, die Art der Impfung sowie eine digitale Signatur enthalten, um Fälschungen zu vermeiden.

Ob es in diesem Zusammenhang Sonderrechte für Geimpfte eingeführt werden, lässt zumindest Deutschland aber noch offen. Daher kann man davon ausgehen, dass nicht nur der EU-Impfpass über die zukünftige Reisefreiheit entscheidet. Das positive Wachstumsszenario der Geschäftsreisen hängt einerseits mit den beschriebenen Hygienemaßnahmen der Transportunternehmen und der Teststrategie der Länder zusammen, andererseits sind der zügige Anstieg der Impfraten und die Einführung eines einheitlichen Impfausweises entscheidend.

Allgemein geht die Branche aber davon aus,  dass diese Maßnahmen einen sicheren und vereinfachten Neustart der Dienstreisen ermöglichen und einen wichtigen Beitrag für die schrittweise Wiederaufnahme der Mobilität Ende diesen Jahres leisten werden.

Bildnachweis:
www.canva.com, www.pexels.com


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