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Mitarbeiter unterwegs – Was ein Unternehmen rechtlich beachten muss

Mitarbeiter unterwegs – Was ein Unternehmen rechtlich beachten muss


Wenn Ihre Mitarbeiter unterwegs sind für Ihr Unternehmen, gibt es in Deutschland einige rechtliche Bestimmungen.

Bevor Sie sich also entspannt zurücklehnen und Ihre Mitarbeiter auf Termine, Messen und Events schicken, sollten Sie sich über rechtliche Verpflichtungen seitens Arbeitnehmer und -geber informieren.







Kann sich mein Angestellter weigern auf Geschäftsreise zu gehen?

Nicht jeder reist gerne. Manche haben Angst zu fliegen oder meiden Orte, wo sich viele Menschen aufhalten. Das mag zwar nicht immer nachvollziehbar sein, kann Ihnen jedoch als Arbeitgeber durchaus begegnen.

Mitarbeiter am Airport
Ein Mitarbeiter auf dem Weg zum Airport

Andere Mitarbeiter kommen in Engpässe mit der Kinderbetreuung oder anderen Verpflichtungen, wenn sie mehrere Tage von zuhause weg sind.

Prinzipiell können Sie eine Geschäftsreise anordnen, vor allem wenn Sie dies von Beginn an kommuniziert haben, zum Beispiel im Vorstellungsgespräch.



Gebunden sind Ihre Mitarbeiter auch dann, wenn Reisen zu Firmenzwecken im Arbeitsvertrag festgehalten ist. Aber selbst wenn Dienstreisen nicht explizit im Vertrag stehen, haben Sie als Arbeitgeber ein so genanntes Direktionsrecht bzw. Weisungsrecht und können Reisen anordnen.

Selbstverständlich muss die Reise zur Tätigkeit Ihres Mitarbeiter passen und nachvollziehbar sein.

Es bleibt Ihnen überlassen, ob Sie auf alle Wünsche Ihrer Mitarbeiter eingehen und vielleicht Kompromisse finden können. Weigert sich Ihr Mitarbeiter, haben Sie das Recht ihn abzumahnen oder sogar eine Kündigung auszusprechen.




Gilt die komplette  Geschäftsreise als Arbeitszeit?

Es ist wichtig, dass Sie dies klar formulieren und sich gegebenenfalls rechtlich beraten lassen, was Sie während einer Geschäftsreise als Arbeitszeit gelten lassen und was nicht.

Mitarbeiter im Auto
Reisezeit als Arbeitszeit? Wenn Mitarbeiter geschäftlich auf Reisen sind, gelten bestimmte rechtliche Bestimmungen

Informieren Sie sich auf jeden Fall über die rechtlichen Bestimmungen:

Sitzt Ihr Mitarbeiter im Zug und schläft oder liest einen Roman, ist dies unter Umständen etwas anderes als wenn er am Laptop arbeitet. Wenn Sie ausdrücklich Arbeitsleistungen verlangen, dann gilt auch die Reisezeit als Arbeitszeit. Reist Ihr Mitarbeiter jedoch während seiner festen Arbeitszeit und arbeitet nicht, gilt auch die Fahrt als Arbeitszeit. Bei Gleitzeiten und Reisen außerhalb der Arbeitszeit ist die Auslegung kniffliger. Denn dann gilt die Fahrt nur dann als Arbeitszeit, wenn Sie Arbeitsaufgaben direkt angeordnet haben oder Fahrten als Arbeitszeit genehmigt haben.

Eine Ausnahme sind Außendienstmitarbeiter, deren Reisetätigkeit als komplette Arbeitszeit gilt.

Fährt Ihr Mitarbeiter mit dem Auto, gelten widerum andere Regelungen: Dann ist die Autofahrt Arbeitszeit, auch wenn Ihr Mitarbeiter ein Hörbuch oder Radio hört. Anfallende Überstunden auf Geschäftsreisen, steht Ihr Mitarbeiter zum Beispiel im Stau, werden genauso ausgeglichen wie Überstunde, die im Büro anfallen – dies sollte im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt sein.

Halten Sie Ihre Richtlinien zu Arbeitszeiten und Überstunden am Besten in Ihren Reiserichtlinien fest. So vermeiden Sie Missverständnisse und haben klare Regeln für alle Ihre Mitarbeiter. Denn es gibt durchaus Punkte, um die gestritten werden können. Was gilt, wenn Ihr Mitarbeiter wegen Flugstonierung oder sehr langen Umsteigezeiten viele Stunden unterwegs ist? Überlegen Sie sich Kompromisse, die sowohl für Sie als auch für Ihren Arbeitnehmer tragbar sind.



Die Arbeitszeit vor Ort

Ist die Fahrt zu und von einer Geschäftsreise geregelt, gilt es noch die Arbeitszeit vor Ort zu klären. Generell gelten die regulären Arbeitszeiten, auch wenn ein Meeting etwa erst später als der normale Arbeitsbeginn angesetzt ist und Ihr Mitarbeiter in der freien Zeit nicht arbeitet.

Rechtlich sind Sie nicht verpflichtet, die Zeit zwischen Meetings als Arbeitszeit zu rechnen. Muss ihr Mitarbeiter zum Beispiel drei Stunden auf den nächsten Termin warten, müssen Sie ihm das nicht als Arbeitszeit anrechnen. Ihr Mitarbeiter sollte auf einem Business Trip in der Regel nicht länger als acht bis zehn Stunden arbeiten und seine Pausen abziehen.

Genauer hinsehen sollten Sie auch bei Geschäftsessen. Geht Ihr Mitarbeiter noch ein Bier nach einem Meeting mit einem Kollegen trinken, zählt dies nicht als Arbeitszeit. Offizielle Essen, die auch Geschäftliches zum Inhalt haben oder wo Kontakte gepflegt werden, zählen als Arbeitszeit. Am Ende kommen sie auch Ihrem Unternehmen zugute.

Im Allgemeinen steht es Ihnen als Chef immer frei, auch eigene Regeln zugunsten Ihrer Angestellten festzulegen. So können Sie Fahrten und Geschäftsessen sowie eventuelle Verspätungen während der Reise als Arbeitszeit gelten lassen und Ihr Mitarbeiter kann Überstunden später ausgleichen. So werden Business Tripps sicherlich ein Anreiz motiviert und engagiert zu arbeiten.





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Bildnachweis:

https://www.pexels.com/photo/amn-holding-luggage-bag-2229526/

https://www.pexels.com/photo/photo-of-person-driving-1386649/


Krank auf Geschäftsreisen
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